07.01.2014

Zum 1. Februar kommt SEPA

IBAN und BIC für Spender und Gemeinden

Am 1. Februar tritt das neue Überweisungs- und Lastschriftsystem nach dem im Eurozahlungsraum einheitlichen SEPA-Standard in Kraft. Was müssen private Spender wissen? Was kommt vor der Umstellung auf Kirchengemeinden, kirchliche Vereine und Verbände zu?

Die IBAN (International Bank Account Number)
ersetzt Bankleitzahl und Kontonummer und hat
in Deutschland 22 Stellen: DE für Deutschland,
eine zweistellige individuelle Prüfziffer, danach
die bisherige Bankleitzahl und die bisherige
Kontonummer.
Der international gültige Bankcode BIC (Busi-
ness Identifier Code, Identifizierungscode für
Unternehmen), muss ab dem 1. Februar nur bei
Überweisungen ins Ausland erfolgen, im
Inlandverkehr aber nicht.
Weitere Infos gibt es im Intranet des
Bistums Osnabrück sowie unter bei den
kirchlichen Banken DKM, Pax-Bank oder
Liga-Bank. (hsh)

IBAN, BIC, SEPA – Verbraucher müssen sich an neue Begriffe gewöhnen. Viele sind verunsichert. „Das stellen wir auch fest“, sagt Ralph Allgaier, Sprecher von Misereor. „Uns erreichen immer wieder Anrufe mit Rückfragen. Der Erklärungsbedarf ist groß.“ Jüngst hatte Misereor alle Spender, die das Lastschriftverfahren nutzen, schriftlich über die Umstellung informiert.
Ähnliche Briefe flattern derzeit zuhauf ins Haus. Alle Institutionen – vom Finanzamt, über Strom- und Telefonanbieter bis zu Vereinen und Verbänden –, die per Lastschrift Beträge einziehen, müssen die Weiternutzung der bisherigen Einzugsermächtigung als SEPA-Lastschriftmandat, wie es nun heißt, schriftlich mitteilen. In diesen Schreiben bitten sie ihre Kunden darum, die neue Bankverbindung, die auf den internationalen Zahlungsverkehr abgestimmt ist, zu prüfen.

Spendendaueraufträge automatisch geändert

„Verbraucher sollten genau kontrollieren, ob die Angaben zu der sogenannten IBAN und der BIC korrekt sind“, rät Claudia Hufe von der Darlehnskasse Münster. Sind sie in Ordnung, brauche man nichts weiter tun. Fehler jedoch muss man der jeweiligen Stelle mitteilen. Für den Abgleich finden sich die Codes für IBAN und BIC auf den bisherigen Kontoauszügen, den meisten Bankkarten und im Onlinebanking oft unter „Kontodetails“.
„Die Umstellung auf SEPA dürfte für die meisten privaten Spender fast unbemerkt und problemlos laufen“, meint die Expertin. Bestehende Dauer-aufträge etwa für Spenden werden durch die Geldinstitute automatisch umgewandelt. Einzugsermächtigungen werden ohne ihr Zutun nach den Informationen der Einzieher angepasst. Und was ist mit Überweisungen und Daueraufträgen, die neu eingerichtet werden? Theoretisch können private Spender noch bis zum 1. Februar 2016 ihre alte Kontonummer und Bankleitzahl weiterverwenden.
Denn der Gesetzgeber räumt Privatpersonen, die keine Lastschriften einziehen, eine zweijährige Übergangsfrist ein. „Ich rate davon aber ab“, sagt Hufe. „Immer mehr Ärzte, Firmen oder Versicherungen nutzen die neuen Formulare; daher wird man als Zahler nicht umhinkommen, sich an die IBAN zu gewöhnen.“
Der Wechsel auf das neue Verfahren ist für inländische Überweisungen und Lastschriften leicht nachzuvollziehen. Die Formulare ähneln stark den bisherigen – ganz gleich ob im Onlinebanking, an den SB-Terminals der Geldinstitute oder bei den Überweisungen mit Beleg an den Schaltern. Nur die Kennzeichnung der Konten ändert sich. „Statt bisheriger Kontonummern und Bankleitzahlen nutzen private Spender künftig nur noch die IBAN.“ Die neue Bankverbindung des Empfängers finden sie entweder auf den Spendevordrucken, auf ihren Homepages oder ermitteln sie im Internet über IBAN-Umrechner, die Geldinstitute auf ihren Seiten anbieten.

Pfarreien und Verbände haben viel Arbeit

Anders als private Spender müssen Kirchengemeinden, kirchliche Verbände und Vereine erheblichen Aufwand im Vorfeld der Umstellung betreiben. Für sie gibt es keine Schonfrist. Um die bisherigen Einzugsermächtigungen in SEPA-Mandate umzuwandeln, müssen sie bei der Bundesbank eine Gläubiger-Identifikationsnummer beantragen und allen Zahlungspflichtigen eine bis zu 35 Stellen lange individuelle Mandatsreferenznummer (eine Art Kundenkennung) zuweisen. Außerdem müssen Briefköpfe mit den BIC- und IBAN-Daten und die bisherige Zahlungssoftware geändert werden.
Heike Sieg-Hövelmann