31.01.2017

Papst ändert Ad-limina-Besuche

Gespräche statt langer Reden

Umgangssprachlicher soll es werden: Daher setzt Papst Franziskus künftig nicht mehr auf ausformulierte Reden, sondern auf freie Gespräche bei Ad-limina-Besuchen der Bischöfe.

Die deutschen Bischöfe bei ihrem letzten Ad-limina-Besuch mit Papst Franziskus. Foto: KNA

Papst Franziskus setzt seit diesem Jahr bei den turnusmäßigen Besuchen von Bischofskonferenzen aus der Weltkirche auf freie Gespräche hinter verschlossenen Türen. Wie Vatikansprecher Greg Burke bestätigte, wird es deshalb zu den sogenannten Ad-limina-Besuchen der Bischöfe keine schriftlichen Reden des Papstes mehr geben. In den Ansprachen war Franziskus - teils auch kritisch - auf die jeweilige Lage der katholischen Kirche in den Ländern eingegangen. Die geschriebenen Reden hatte er dabei oft nicht verlesen, sondern nur ausgehändigt und stattdessen frei gesprochen. Die schriftlichen Texte veröffentlichte der Vatikan anschließend.

"Papst Franziskus zieht einfach einen umgangssprachlicheren Ton vor, wenn er mit den Bischöfen spricht", begründete Burke den Verzicht auf Redemanuskripte und auf Veröffentlichung inhaltlicher Informationen zu den Begegnungen seitens des vatikanischen Presseamtes. Es müsse nicht hinter jeder Änderung ein politischer Beweggrund vermutet werden, so Burke weiter mit Blick auf die Spekulationen einiger Internetblogs.

 

Vatikan weist Mutmaßungen zurück

Der italienische Vatikan-Journalist und Blogger Sandro Magister hatte etwa gemutmaßt, Auslöser für die Änderung seien Unstimmigkeiten nach dem letzten Ad-limina Besuch der deutschen Bischöfe im Vatikan (16. bis 20. November 2015) gewesen. Damals hatte der Papst frei gesprochen und den vorbereiteten, schriftlichen Text ausgehändigt. Dabei soll es Diskrepanzen zwischen den schriftlichen und mündlichen Aussagen gegeben haben, die für Verwirrung sorgten. Im Anschluss setzte der Vatikan von Ende 2015 bis 2016 die Besuche aus, die Begründung dafür war das in dieser Zeit stattfindende Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Der Papst hatte zeitgleich auch seine Pastoralbesuche in italienischen Pfarreien unterbrochen.

Das Kirchenrecht sieht vor, dass die katholischen Bistumsleiter regelmäßig zum Rapport "ad limina Apostolorum" oder "an die Schwellen der Apostelgräber" in Rom reisen. Üblicherweise finden solche "Ad-limina-Besuche" alle fünf Jahre statt; strikt geregelt ist dies nicht. Zwischen den jeweiligen Besuchen kann mehr oder weniger Zeit liegen. Die Bischöfe berichten dabei dem Papst und Vatikan-Ministerien über die Situation der Kirche in ihren Ländern.

KNA